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MGH-Archiv 338/215

1823–1835) Bd. 1

Briefe des Johann Friedrich Böhmer an Pertz

(engster Mitarbeiter von Pertz am Aufbau der MGH)

Fortlaufende hochinteressante Berichte über Unternehmungen, Mitarbeiter und Fortgang der Arbeiten.

Böhmer bedauert, daß Prof. Holweg noch nie im »Archiv« gelesen habe; ich weiß wahrlich nicht, was ich zu dieser Einseitigkeit so würdiger Männer sagen soll, auf deren Unterstützung man eigentlich von vornherein auch ungefragt hätte zählen mögen. Meine Überzeugung (und von Ihnen hörte ich dieselbe) wird dadurch bestärkt, daß man es bei unserm Unternehmen mit den Menschen sowohl als den Sachen nicht genau genug nehmen kann. Schreiben vom 25. 9. 1823.

Es wird ein neuer Plan und eine neue Form des Unternehmens erwogen (in Vereinbarung mit vom Stein und Pertz), über den die Berliner Akademie, die Göttinger gelehrte Gesellschaft, Niebuhr, Ebert und Docen herangezogen werden sollen.

Schreiben vom 11. 12. 1823

Im gleichen Schreiben spricht sich Böhmer gegen Honorarfreiheit aus.

Die Centraldirektion besteht nur aus den zwei ordentlichen Mitgliedern Freiherrn von Stein und Generalpostmeister von Nagler. Schreiben vom 20. 4. 1830.

Böhmer ist lt. Schreiben vom 19. 12. 1830 seit dem 16. 11. 1830 erster Stadtbibliothekar in Frankfurt.

Bd. 1 Fortsetzung

Böhmer zu des Freiherrn vom Stein's Tod am 5. 8. 1831 an Pertz.

»Wie schmerzlich mir auch der Tod unseres edlen Stifters gewesen ist, brauche ich Ihnen nicht zu sagen.«

Auch darin stimme ich mit Ihnen ein: »Uns bleibt sein Werk.« Am Ende ist dieses doch das dauerndste was er gestiftet hat. Ich hatte ihm (vom Stein) auf seinen letzten Brief noch nicht geantwortet. Nun melde ich Ihnen, was Gegenstand meiner Antwort sein sollte, und wozu ich mich nun doppelt aufgefordert fühle.

Solange ich reicher bin als die Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde, nehme ich die Kosten der ganzen 3. Abteilung auf mich. Um diesem Zweck auf jeden Fall zu genügen, habe ich ein Testament entworfen, worin ich hierzu ein (wie ich hoffe) mehr als hinreichendes Kapital bestimme, und dasselbe zu diesem Behufe Ihrer unbedingten Verfügung unterwerfe.« ... (Böhmer an Pertz am 5. 8. 1831.

»Das Preußische Zollsystem«.

Böhmer motiviert die Gründe, die ihn zu dieser Arbeit getrieben haben. Schreiben vom 28. 6. 1832.

Im gleichen Briefe auch Pläne für eine Arbeit über eine notwendige Reichsverfassung.

In Berlin (anlässlich einer Forschungsreise der Königlichen Archive und Bibliotheken) nimmt Böhmer Gelegenheit, weiteste Kreise für die Arbeiten der MGH zu gewinnen. (Fürst Wittgenstein, Minister Aucillon wollen vom König Geld beschaffen), Savigny, Röstell, Eichhorn desgleichen.

Durch Empfehlungen an Metternich, Bairon, ebenso an Württemberg und Baden sollen nicht nur Geldbewilligungen erfolgen, sondern die Bundestagsgesandtschaft soll auch dahin wirken, daß die Sache zu einer gemeinschaftlichen Angelegenheit des Bundes gemacht werden.

Schreiben vom 1. und 21. 9. 1832.

Bd. 1 Fortsetzung

Plan für die Bearbeitung der »Dritten Abteilung der MGH« (siehe Anlage zum Schreiben vom 18. 1. 1833).

Gagerns Herausgabe der Briefe des Freiherrn von Stein wirkt sich nachteilig für das Ansehen der MGH aus. Schreiben vom 14. 3. 1833.

Beteiligung des Bundes ist unbedingt notwendig.

»Allerdings war der Geldmangel übel und allerdings muß es ein deutsches Herz empören, daß namentlich Du (Pertz), statt einer vaterländischen Belohnung noch Geld zusetzen mußt ...« Schreiben vom 21. 10. 1833.

Pertz stellt Bethmann als Mitarbeiter ein, für den Böhmer »nötigenfalls ein erstes Jahr einstehen will«.

Schreiben vom 17. 2. 1834

Geldmangel («da die gehofften Privatbeiträge seit dem Tode des Stifters (vom Stein) nicht mehr erfolgt sind.«) zwingt zu einer Denkschrift, die an Fürst Metternich, an den Grafen Münch u.a. versandt wird (März) 21. April 1834.

»Fürst Metternich hat in der Versammlung (Ministerialkongreß) gesagt, daß der Kaiser mit gutem Beispiel vorangehen werde« ... »Ich denke, daß wir nun bei der Bundesversammlung auftreten und das Eisen schmieden, solange es heiß ist.« Schreiben vom 8. 6. 1834

Von den Bundesländern sind jährlich und laufende Zuschüsse zugesagt. von Nagler bleibt weiterhin persona grata neben Pertz und Böhmer, siehe diverse Schreiben vom Frühjahr 1835.

Detaillierte Angaben von den einzelnen Ländern:

Sachsen, Meiningen, Österreich, Dänemark usw. (Schreiben vom 27. 7. 1835 und 9. 10. 1835).

Bd. 1 Fortsetzung

genannte Mitarbeiter (u. a.):

v. Arx, Bethmann, Bode, Büchler, Buchholtz, Bluhme, Chmel, Engelhardt, Ebert († 1835), Docen, Dahlmann, Dümgè, v. Fichard († 1830), Grimm (Gebrüder Jakob und Wilhelm), Hesse, Jäck, Knust, Lachmann, Moser, Moritz, Nietzsche, v. Raumer, Ricklefs, Schacht (Mainz), Schlosser, Stenzel (Breslau), Smidt, Spangenberg, Wedekind, Wyttenbach.

 

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